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Wohngebäude BS

Einst rieselte hier der feine Tabak aus den Fingern der Zigarrenmacher auf den Boden herab. Heute erinnert nichts mehr daran, welche Funktion das Fabrikgebäude aus dem Jahr 1905 in der Barmbeker Straße im Norden Hamburgs lange Zeit innehatte. Denn über 110 Jahre später erfuhr die ehemalige, am Osterbekkanal gelegene Zigarrenfabrik eine umfangreiche Kernsanierung samt Erweiterung und Nutzungsänderung. Heute wird hier auf allen Etagen gewohnt.

Die genieteten Stahlstützen - ein Relikt aus alten Zeiten - prägen die Innenräume und wurden behutsam und individuell in die Grundrissgestaltung integriert. So entstehen offene und zeitgemäße Grundrisse mit Loft-Charakter, die teils durch filigrane Stahlsprossenwände unterteilt werden. Eingestellte Boxen beherbergen verschiedene Funktionen und zonieren die bis zu 280 qm großen Wohnungen. Die oberen Etagen geben einen umfassenden Weitblick auf das Hamburger Stadtgebiet bis hin zur Elbphilharmonie frei.

Die historische Lochfassade mit den fein gegliederten Stahlsprossenfenstern blieb in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten. Neue, markant dunkel gestaltete Stahlbalkone mit horizontaler Gliederung kontrastieren mit der weiß verputzten Fassade. Die dunklen Fenster wurden unter energetischen Aspekten saniert.

Den oberen Abschluss des Gebäudes bildet das neue Penthouse, welches mit seiner dunklen Metallfassade oberhalb des weißen Baukörpers thront. Der stützenfrei konzipierte Innenraum mit fast vier Meter hohen Schiebefensterelementen und Terrassen entlang der beiden Längsseiten erzeugt ein echtes innerstädtisches Penthouse-Feeling. 

Standort
Hamburg
Jahr
2016-2019
Bauherr
Privat
Projektteam
Leander Buckendahl, Anna Denkeler (Projektleitung Ausführung) Malte Kurzweg, Tom Heiden, Madlene Heims (Projektleitung Entwurf)
Visualisierung
Bloomimages
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